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Zeche Neumühl
Die Zeche Neumühl war ein Steinkohlen - Bergwerk in Duisburg.
Geschichte: Franz Haniel war es schon 1832/34 in Essen gelungen, mit Hilfe des Schachtbaus die Mergel Kreideschicht zu durchstossen. Ab 1851 führte er Bohrungen am linken Niederrhein durch. Der Schacht Rheinpreußen I wurde 1857 abgeteuft. Die Kohleförderung begann wegen grosser Schwierigkeiten aber erst 1884. Vorher hatte der Schacht Rheinpreußen II schon mit der Förderung begonnen. Zu den Zechen, die der Familie Haniel gehörten, zählte auch die Gewerkschaft Neumühl (gegründet 1867)
1867 wurde durch die Gewerkschaft Deutscher Kaiser ein umfangreicher Grubenfeld Besitz im Bereich des heutigen Duisburger Nordens gemutet. Dieser Felderbesitz wurde in mehrere einzelne Gewerkschaften geteilt, die sich jeweils separat voneinander entwickelten.
Der östliche Teil firmierte unter dem Namen Gewerkschaft des Steinkohlenbergwerkes Neumühl und lag im Bereich der Gemarkung Neumühl zwischen der Emscher und dem Rhein-Herne-Kanal.
1890 ging der gesamte Besitz an Kuxen der Gewerkschaft in den Besitz der Familie Haniel über. Diese entschloss sich, das Gelände zu erschliessen und eine Schachtanlage niederzubringen.
Das Abteufen des ersten Schachtes begann 1893 und wurde 1897 abgeschlossen. 1897 wurde 80 m östlich von Schacht 1 der Schacht 2 angesetzt, der 1899 in Förderung ging. Gleichzeitig wurde auf der Schachtanlage 1/2 eine Kokerei in Betrieb genommen.
Bereits 1902 überschritt die Kohleförderung die Grenze von 1 Mio t pro Jahr. Um das relativ kleine aber ergiebige Grubenfeld besser aufzuschliessen, wurde von 1904 bis 1906 Schacht 3 am westlichen Feldesende niedergebracht. Er ging zunächst als Wetterschacht in Betrieb und wurde später zum Förderschacht ausgebaut.
In der Folge wurden noch die folgenden Nebenschächte niedergebracht:
- Spülschacht 1 im südlichen Feldesbereich von 1908 bis 1910. Dieser wurde 1915 mit einem Fördergerüst versehen und als Seilfahrtschacht ausgebaut. Danach wurde dieser Schacht als Schacht 5 geführt.
- Schacht 4 im östlichen Feldesbereich von 1910 bis 1912. Er wurde 1912 mit einem gemauerten Fördertrum versehen.
- Schacht 6 im südöstlichen Feldesbereich von 1913 bis 1915. Er diente ausschliesslich der Wetterführung.
- In den 1920er Jahren wurde der Schacht 5 an die Zeche Friedrich Thyssen 4/8 dauerhaft abgegeben, um dieser als Seilfahrtsschacht zu dienen. Im Gegenzug erhielt die Zeche Neumühl Abbaurechte im nordwestlichen Bereich von Neumühl.
1925 wurde die Kohleförderung auf Schacht 3 eingestellt. Er diente weiterhin als externer Seilfahrt und Materialschacht.
In den 1930er Jahren wurden die Fördergerüste Schacht 1 und 2 nacheinander erneuert und den höheren Anforderungen angepasst. Die Förderung erreichte 1938 mit 1,6 Mio t jährlich einen neuen Höchststand.
Im Jahre 1951 erfolgte die Umwandlung der Gewerkschaft Neumühl in die Neumühl-AG für Bergbau und Industrie. An dieser Aktiengesellschaft hatte die Rheinpreußen AG die Aktienmehrheit.
Stilllegung
Nach einsetzender Kohlenkrise sollten die Absatzschwierigkeiten durch einen Einschichtbetrieb zunächst bewältigt werden. Rentabilitätsfragen sowie eine neue Prämierung der Stilllegung von Förderkapazitäten führten zu einer Stilllegung der Zeche Neumühl im Jahre 1962.
Im Anschluss erfolgten das Ausrauben der Grubenbaue sowie der Abbruch der Tagesanlagen. Auf dem Gelände der Zeche Neumühl 1/2 befindet sich heute der Gewerbepark Neumühl. Die Werkssiedlung Neumühl 1/2 wurde in den Anschlussjahren zu 60% abgerissen und durch eine Wohnblockbebauung ersetzt. Erst 1971 wurde durch eine Bürgerinitiative der Erhalt der verbliebenen Altbebauung durchgesetzt.
Von Schacht 1 bis Schacht 6
Geologie im Bereich der Zeche Neumühl
Die geologischen Verhältnisse im Baufeld der ehemaligen Zeche Neumühl werden hier nur kurz angerissen. Die obersten Schichten unterhalb der Tagesoberfläche bestehen bis zu einer Teufe von etwa 45 Metern aus Sand und Kies, tonigem Sand und Grünsand. Anschliessend folgt eine Mergelschicht, die bis zum Steinkohlengebirge reicht. Der Mergel ist ein graues Gestein, das an der Erdoberfläche schnell verwittert. Die Gesamtstärke des Deckgebirges betrug an Schacht 1 etwa 119 Meter.
Als die erste Sohle in einer Teufe von 149 m nach Süden aufgefahren wurde, stiessen die Gesteinshauer unerwartet auf eine Mergelschicht, die in dieser Teufe eigentlich nicht zu erwarten war. Um den Anschluss an das Steinkohlengebirge wiederzufinden, wurde ein Abhauen angesetzt und bis zu einer Teufe von 250 m heruntergefahren. Die Mergelschicht war auf der südlichen Seite 75 bis 80 m stärker als an der nördlichen Seite. "Mergelabstürze" ähnliche Mächtigkeiten waren um 1900 auch schon aus der Gegend um Recklinghausen bekannt.
In der tektonischen Karte des Steinkohlengebirges fällt der Neumühl - Concordia - Sprung auf, der sich in fast nord - südlicher Richtung hinzieht und genau zwischen den Schächten 1 und 2 verläuft. Die grösste Verwurfshöhe erreicht der Sprung etwa in der Feldesmitte, dort ist sie etwa 250 bis 300 m stark. Der östlich des Sprunges liegende Feldesteil ist stark abgesunken. Dort sind die unter dem Mergel liegenden Flöze der Gas- und Gasflammkohlenschichten in grösserer Anzahl vorhanden.
Die bauwürdigen Flöze der Schachtanlage, angefangen von der Gaskohle bis zur Magerkohle, sind während der Betriebsdauer zum grossen Teil abgebaut worden. Der grösste Teil der Flöze ist flach gelagert, halbsteile Lagerung kommt zum Teil, steile Lagerung kommt kaum vor.
Darstellung des Mergelabsturzes im südl. Baufeld der Zeche Neumühl
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