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Denn die ehemalige Grube Bendisberg, mitten in der Verbandsgemeinde Vordereifel, etwa 500 Meter nördlich der Mühle bei St. Jost am nördlichen Tal Abhang des Nitzbachs gelegen, könnte wieder unter dem Stichwort "Geotourismus" lebendig werden - und den Nachkommen der einstigen Arbeiter deren Geschichte begreiflich machen.
Doch noch sind dies Träume. Denn ob sich dieses Unternehmen überhaupt finanzieren lässt, das wird erst die Zukunft zeigen. Die Verbandsgemeinde hat bereits mit der Ortsgemeinde Langenfeld, in dessen Besitz weitgehend Grund und Boden liegen, Gespräche geführt. Auch die belgische Firma, die die Abbaurechte besitzt, wäre grundsätzlich einverstanden. Doch bezahlen kann keiner der drei Beteiligten die touristische Erschliessung. Nach der Kostenermittlung, die momentan läuft, wäre man also auf Geld aus anderen Fördertöpfen angewiesen. Und dafür heisst es, zu werben. Man bekommt Fördergelder von der EU, ca. 1,6 Mill. Euro.
Die Hand voll Menschen, die über den feuchten und lehmigen Boden waten und ab und zu morsche Holzbalken überwinden mussten, wurden deshalb vom Bürgermeister eingeladen, sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Ein Eindruck, der Lust machen soll auf mehr. Und dieses Ziel ist schon nach den ersten Metern erreicht. Obgleich, Manfred Stratenhoff gleich zu Beginn verdeutlicht hat, dass dies kein Spaziergang wird: "Jeder, der hier reingeht, tut dies auf eigene Gefahr.
Obgleich man auch nach einer kurzen Gehphase krabbeln musste. Denn wo ein Stück der Firste eingestürzt ist, kommt man auf wenigen Metern nur auf allen Vieren voran - um dann fast in nahezu hüfthohes Wasser zu plumpsen, das durch das Gestein drang und sich an dem Widerstand aufgestaut hat. Die Stiefel bestehen ihre Bewährungsprobe, der Wasserdruck presst das Gummi eng an die Beine. Doch dem Besucher ist das plötzlich sowieso egal, er staunt über die abenteuerliche Reise in die Vergangenheit, die immer tiefer in den Berg führt.
Reinhardt, der eigentlich in Holzappel im Rhein-Lahn- Kreis zu Hause und dort im Heimat- und Bergbau-Museum tätig ist, kann diese Faszination nur allzu gut nachvollziehen. Er gehörte zu den Allerersten, die die Grube nach der Schliessung neu entdeckten. Von der Besitzerin des in der Nähe geplanten Ausflugslokals angesprochen, waren die Mitglieder vom "Verein für Bergmannstradition Linker Niederrhein" sofort Feuer und Flamme. "So was gibt es schliesslich nicht alle Tage." Ein Wunsch, der in Erfüllung ging. Immer tiefer tastete er sich in den Stollen vor, und wo ein Hindernis auftauchte, da ging es dennoch in einer anderen Richtung weiter: "Und schliesslich entdeckten sie die alte Sprengstoffkammer und altes Werkzeug. Es war wie eine Reise in die Vergangenheit". Wohlgemerkt in die jüngere Vergangenheit: "Man vermutet, dass diese Grube viel älter ist, das kann sogar bis in die Römerzeit zurückreichen." Auch den Besuchern öffnet sich schon nach wenigen Metern ein Zeitfenster: Nägel rosten in den Wänden still vor sich hin. Auf einem Balken, der verhindert, dass man unvermittelt in die Tiefe stürzt, steht eine Ölkonserve, alt und rostigrot. Man erkennt den Schriftzug Esso. Und in der Ecke verrottet das Schaufelblatt einer Schippe. Das Werkzeug steht so, als sei es einfach vergessen worden.
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