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Eine Reise in die Vergangenheit

1957 endgültig stillgelegt

Die Anfänge der Grube Bendisberg liegen im Dunkeln. Vermutlich ließen bereits die Grafen von Virneburg bleihaltiges Gestein im Nitztal abbauen. Sie hatten es auf das darin enthaltene Silber abgesehen. Mehrmals wurde die Grube geschlossen und wieder in Betrieb genommen. 1957 erfolgte die endgültige Stilllegung. Willi Müller aus Langenfeld, Lehrer im Ruhestand, gehört zu den wenigen noch Lebenden, die in der Grube Bendisberg arbeiteten. Zwischen Abitur und Beginn des Studiums war er als Praktikant unter Tage. "Manchmal musste man ganz schön ran, aber im Grossen und Ganzen war die Arbeit gut zu bewältigen", erinnert er sich. Zu Spitzenzeiten wurden im Jahr um die 5000 Tonnen des blei- und zinkhaltigen Gesteins gefördert.

Langenfeld - Der Kreis Mayen-Koblenz - früher wurde er auf Grund seines Bodenreichtums auch als der "Kreis der Steine und Erden" bezeichnet. Einige Bergwerke sind dagegen längst vergessen, doch längst nicht alle. Die Grube Bendisberg in der VG Vordereifel, einst eine der wirtschaftlich wichtigsten Erzgruben in der Osteifel, wurde aus ihrem Dornröschenschlaf geweckt, gut 50 Jahre nach ihrer Schliessung.

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Die Verantwortlichen prüften, ob eine touristische Nutzung des Bergwerks finanzierbar wäre. Bislang kommen nur ausgewählte Besucher ins Innere des Schieferbergs. Auch die RZ durfte mit. Nein, so was hat man nicht alle Tage. Während die, die draussen bleiben werden, ihre Jacken ausziehen, ihr Gesicht lächelnd in die Frühlingssonne recken, tut die kleine Gruppe ganz in der Nähe genau das Gegenteil. Feine Lederschuhe werden gegen hohe, derbe Anglerstiefel getauscht, die fast bis zur Hüfte reichen. Dicke lederne Handschuhe werden übergestülpt, die Jacken fest zugezogen. Für jeden gibt es einen Strahler in die Hand, einen, der sonst Feuerwehrleuten den Weg leuchtet.

Und zu guter Letzt kommt dann noch dieser störrische Helm, der fest sitzen soll, aber doch immer wieder mit konstanter Boshaftigkeit ins Gesicht zurückrutscht. Alle in recht ungewohnte Kleidung für einen Normalbürger im 21. Jahrhundert.

Nicht minder ungewöhnlich der Ort, an den es die Hand voll Besucher gleich ziehen wird. Ein dunkles Loch mitten im Berg, abgestützt durch alte Holzbalken und verschlossen mit einem festen Drahtgeflecht, sieht wenig einladend aus. Und doch nähern sich alle, Führer Adolf Reinhardt zieht die Absperrung zur Seite - und schon sind alle drin in diesem dunklen Gang, den die Fachleute Stollenmund nennen und durch den hier noch vor etwas mehr als 50 Jahren tagein, tagaus Bergarbeiter zur Arbeit gingen. Längst sind diese Zeiten vorbei. Jahrelang stand hier, nachdem der Betrieb 1957 abgestellt und die Türen verschlossen wurden, das Wasser bis zur Decke. Dann, nach der ersten Öffnung, machten sich hier Höhlenspinnen, Schnaken und ähnliches Getier breit. Menschen gab es hier nicht mehr. Doch genau das könnte sich bald ändern.

Denn die ehemalige Grube Bendisberg, mitten in der Verbandsgemeinde Vordereifel, etwa 500 Meter nördlich der Mühle bei St. Jost am nördlichen Tal Abhang des Nitzbachs gelegen, könnte wieder unter dem Stichwort "Geotourismus" lebendig werden - und den Nachkommen der einstigen Arbeiter deren Geschichte begreiflich machen.

Doch noch sind dies Träume. Denn ob sich dieses Unternehmen überhaupt finanzieren lässt, das wird erst die Zukunft zeigen. Die Verbandsgemeinde hat bereits mit der Ortsgemeinde Langenfeld, in dessen Besitz weitgehend Grund und Boden liegen, Gespräche geführt. Auch die belgische Firma, die die Abbaurechte besitzt, wäre grundsätzlich einverstanden. Doch bezahlen kann keiner der drei Beteiligten die touristische Erschliessung. Nach der Kostenermittlung, die momentan läuft, wäre man also auf Geld aus anderen Fördertöpfen angewiesen. Und dafür heisst es, zu werben. Man bekommt Fördergelder von der EU, ca. 1,6 Mill. Euro.

Die Hand voll Menschen, die über den feuchten und lehmigen Boden waten und ab und zu morsche Holzbalken überwinden mussten, wurden deshalb vom Bürgermeister eingeladen, sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Ein Eindruck, der Lust machen soll auf mehr. Und dieses Ziel ist schon nach den ersten Metern erreicht. Obgleich, Manfred Stratenhoff gleich zu Beginn verdeutlicht hat, dass dies kein Spaziergang wird: "Jeder, der hier reingeht, tut dies auf eigene Gefahr.

Obgleich man auch nach einer kurzen Gehphase krabbeln musste. Denn wo ein Stück der Firste eingestürzt ist, kommt man auf wenigen Metern nur auf allen Vieren voran - um dann fast in nahezu hüfthohes Wasser zu plumpsen, das durch das Gestein drang und sich an dem Widerstand aufgestaut hat. Die Stiefel bestehen ihre Bewährungsprobe, der Wasserdruck presst das Gummi eng an die Beine. Doch dem Besucher ist das plötzlich sowieso egal, er staunt über die abenteuerliche Reise in die Vergangenheit, die immer tiefer in den Berg führt.

Reinhardt, der eigentlich in Holzappel im Rhein-Lahn- Kreis zu Hause und dort im Heimat- und Bergbau-Museum tätig ist, kann diese Faszination nur allzu gut nachvollziehen. Er gehörte zu den Allerersten, die die Grube nach der Schliessung neu entdeckten. Von der Besitzerin des in der Nähe geplanten Ausflugslokals angesprochen, waren die Mitglieder vom "Verein für Bergmannstradition Linker Niederrhein" sofort Feuer und Flamme. "So was gibt es schliesslich nicht alle Tage." Ein Wunsch, der in Erfüllung ging. Immer tiefer tastete er sich in den Stollen vor, und wo ein Hindernis auftauchte, da ging es dennoch in einer anderen Richtung weiter: "Und schliesslich entdeckten sie die alte Sprengstoffkammer und altes Werkzeug. Es war wie eine Reise in die Vergangenheit". Wohlgemerkt in die jüngere Vergangenheit: "Man vermutet, dass diese Grube viel älter ist, das kann sogar bis in die Römerzeit zurückreichen." Auch den Besuchern öffnet sich schon nach wenigen Metern ein Zeitfenster: Nägel rosten in den Wänden still vor sich hin. Auf einem Balken, der verhindert, dass man unvermittelt in die Tiefe stürzt, steht eine Ölkonserve, alt und rostigrot. Man erkennt den Schriftzug Esso. Und in der Ecke verrottet das Schaufelblatt einer Schippe. Das Werkzeug steht so, als sei es einfach vergessen worden.

Die ehemaligen Betriebsgebäude in der Nähe des ehemaligen Stolleneingangs des stillgelegten Bergwerks „Bendisberg“ in St. Jost bei Langenfeld wurden von Frau Stefener mit dem Ziel erworben eines der Gebäude künftig als Wohnhaus, das andere als Wanderschänke mit angegliedertem Museum zum Thema Bergbau um zusetzen. Aus Sicht der Dorferneuerung trägt die Massnahme in grossem Maße zur touristischen Stärkung im ländlichen Raum bei. Beide Gebäude wurden unter Verwendung heimischer Materialien wie Bruchstein und Naturschiefer stilvoll renoviert und bilden einen neuen gastronomischen Anziehungspunkt für Wanderer im malerischen Nitztal und Besucher der Wallfahrtskapelle St. Jost.

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Herr Stratenhoff mit dem Ortsbürgermeister und 1. Vorsitzender Herr Schomisch mit Mitglieder vom Neu gegründeten Förderverein Grube Bendisberg St. Jost · Langenfeld 2005 e. V. –

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Mit dem Ausbau des ehemaligen Erzbergwerks Bendisberg zu einem Besucherbergwerk ist eine Touristenattraktion entstanden, die hoffentlich viele Besucher aus Nah und Fern anziehen wird.

Abbauhammer

Es wird noch weiter gearbeitet

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